In der Kolumne vom 22.03.2026 auf der Homepage der DOK schreibt Sr. M. Karola:

Am 6. Februar dieses Jahres wäre der Theologe, Schriftsteller und Priester Lothar Zenetti 100 Jahre alt geworden. In seinem Buch „In Seiner Nähe“ fand ich einen Text, der mich sehr angesprochen hat:

Die Schwalbe macht noch keinen Sommer
ein Stein, daraus wird noch kein Haus
die Knospen sind noch nicht die Blüten
ein Wort, was richtet das schon aus?
Doch kommt der Sommer mit den Schwalben
aus Steinen wächst so manches Haus
es blühn bald überall die Bäume
ein Wort, das richtet Frieden aus.

Am 20. März hat kalendarisch der Frühling begonnen, Anzeichen dafür sehen wir schon in der Natur. Krokusse und Schneeglöckchen blühen, bei anderen Blumen zeigen sich erste Knospen. Aber ein starker Nachtfrost könnte vieles wieder zerstören. Die kleinen Zeichen des Lebens sind unscheinbar und verletzlich, aber der Winter ist vorbei, Frühling und Sommer kommen.
Wenn die Nachrichten über Konflikte, Katastrophen und Kriege sich häufen, wenn wir in unseren Gemeinschaften immer mehr an Grenzen stoßen und Ohnmachtserfahrungen unseren Alltag prägen, könnten wir verzweifeln. Oft denken wir, dass unsere Kräfte schwach sind, dass wir nur noch wenig bewirken können und sich alles nicht lohnt. Das kann erdrücken. Aber das ist nicht die ganze Wirklichkeit. Überall zeigen sich auch Initiativen und Aufbrüche.
Wir gehen auf Ostern zu. Die Botschaft von Ostern will uns sagen, dass wir die Hoffnung nicht aufgeben dürfen. Auch wenn die Zeichen nur klein sind und unsere Möglichkeiten nicht groß, der Tod hat nicht das letzte Wort und in allen Herausforderungen sind wir nicht allein. Glauben wir daran, dass die kleinen Gesten und Taten die Welt an unserem Ort verändern können.